KI-Update Deep-Dive: KI fĂĽr mehr Nachhaltigkeit im Mittelstand

Das Bundesumweltministerium fördert mit dem Green AI Hub kleine und mittlere Unternehmen bei der Entwicklung ressourcenschonender KI-Lösungen.

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Inhaltsverzeichnis

Künstliche Intelligenz (KI) ist in aller Munde, doch gerade für kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) stellt sich die Frage nach konkreten Anwendungsmöglichkeiten. Der Green AI Hub Mittelstand, eine Initiative des Bundesumweltministeriums (BMUV), setzt genau hier an und unterstützt KMUs bei der Entwicklung von KI-Lösungen zur Ressourcenoptimierung. Professor Oliver Thomas, Leiter des Forschungsbereichs Smart Enterprise Engineering am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), gibt in der aktuellen Folge des Podcasts Einblicke in die Arbeit des Hubs.

"Wir fokussieren uns hier sehr stark auf die Frage, ob KI auch tatsächlich materialschonend und ressourcenschonend eingesetzt werden kann", erklärt Thomas. Dabei gehe es explizit nicht um KI-Lösungen für den Umweltschutz im Allgemeinen, sondern um die Optimierung von Prozessen innerhalb der Unternehmen. "Die erste Frage, die ein Mittelständler normalerweise stellt, ist, werde ich dadurch besser, schneller, effizienter, kann ich Qualität steigern, kann ich vielleicht Materialien oder Ähnliches einsparen?", so Thomas.

Mehrere Unternehmen konnten bereits von der Förderung profitieren. "Bei Kübler, einem Hersteller von Heizungsanlagen für große Lagerhallen, haben wir ein klassisches Planungsproblem mit KI gelöst", berichtet Thomas. Durch präzisere Vorabberechnungen lassen sich nun Ressourcen bei Konstruktion und Betrieb einsparen.

Ein weiteres Beispiel ist die Optimierung von Tiefdruckzylindern: "Bei For Packaging setzen wir KI-gestützte Bilderkennung für die Qualitätskontrolle ein", so Thomas. Das System erkennt Fehler frühzeitig und hilft dabei, Ausschuss zu reduzieren. Auch in der Lebensmittelproduktion kommt KI zum Einsatz, um beispielsweise Abfall zu minimieren.

Eine zentrale Herausforderung bei der Einführung von KI-Systemen ist der Datenschutz. "Für Hidden Champions, also Weltmarktführer im Mittelstand, ist es ein Riesenunterschied, ob Modelle in der Cloud, in der Private Cloud oder lokal auf der Maschine laufen", erklärt Thomas. Die Unternehmen müssten ihre Betriebsgeheimnisse schützen können.

Zudem sei Change Management entscheidend für den Erfolg der Projekte: "Menschen müssen auch bei der Einführung und Implementierung von KI-Systemen an die Hand genommen werden." Denn die meisten von uns halten lieber an etablierten Prozessen fest. Wenn man aber schon früh sinnhafte Use-Cases präsentieren kann, dann akzeptiert die Belegschaft auch die Neuerungen.

Podcast: KI-Update

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im "KI-Update" von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.

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Die entwickelten Lösungen werden als Open-Source-Code auf GitHub veröffentlicht. So können auch andere Unternehmen von den Erfahrungen profitieren. "Wir sehen immer wieder, dass sich KI-Lösungen aus einem Bereich erstaunlich gut auf andere Anwendungen übertragen lassen", betont Thomas.

Er sieht in KI einen wichtigen Treiber für Qualität und Effizienz im Mittelstand: "Und das wird auch in den nächsten fünf bis zehn Jahren nicht weggehen." Die aktuelle Förderphase des Green AI Hub läuft noch etwa ein Jahr. Interessierte Unternehmen können sich auf der Webseite green-ai-hub.de über das Projekt und die Fördermöglichkeiten informieren.

(igr)